Fotos

Die folgenden Fotoseiten sollen einen Einblick in unsere Projektarbeit bieten und sind daher entsprechend gegliedert. Auch wenn Bilder mehr als 1.000 Worte sagen, konnte ich auf Begleittexte doch nicht verzichten.

1. Hygiene

Nicht nur Händewaschen will gelernt sein

Die Hygiene ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Projektes, denn wir verfolgen zwei fundamentale Ziele damit:

  • Die Verbesserung der gesundheitlichen Situation
  • Die Steigerung des Selbstwertgefühles

Nach dem theoretischen Unterricht, den neue Familien individuell erhalten, folgt das Üben in der Praxis. Alle notwendigen Materialien erhalten die Familien vom Projekt, da sie selber nur schwer Zugang dazu haben und auch sehr wenig Geld zur Verfügung steht. Anschließend besucht Alipio die Familien in regelmäßigen Abständen (mindestens einmal im Monat), um sich von der aktuellen Situation ein Bild zu machen und bei Bedarf entsprechend nachzuschulen. Bei jedem Besuch werden Punkte vergeben (0 = ganz schlecht, 3 = außergewöhnlich gut). Die Familien, die aktiv am Hygieneprogramm teilnehmen, können auch am Handarbeitsprogramm partizipieren. Eine bestimmte Zahl an Punkten über einen längeren Zeitraum ist notwendig, um in den Genuss der Verbesserungen der Häuser (Küche, Gewächshaus, transparentes Wellblech) zu kommen. Das ist natürlich ein entsprechender Ansporn, denn mittlerweile (Mai 2015) haben die meisten Familien die ersten Küchen gesehen. Darüber hinaus gibt es noch einen Wettbewerb, der immer über ein Jahr läuft und allen Beteiligten auch viel Freude bereitet.

 

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2. Küchenbau

Wir bauen eine Küche mit Warmwasseraufbereitung

Fast jedes Hilfsprojekt in Peru baut “verbesserte Küchen”, um den Rauch aus den Häusern zu bekommen. Die meisten basieren auf einem patentierten, fertigen Modell, welches als „Gesamtpaket“ gekauft und rasch aufgebaut werden kann. Bis jetzt habe ich noch nicht gehört, dass diese Küchen im Alltag verwendet werden. Das hat folgende Gründe:

  • Die drei Löcher, in die die Kochtöpfe gesetzt werden, sind so groß, dass die Töpfe, die von den Familien verwendet werden, durchrutschen.
  • Darüber hinaus sind sie hintereinander angeordnet, so dass der Brennraum sehr groß ist, um alle zu befeuern und damit viel Brennmaterial verbrauchen. Deutlich mehr, als die Kochstellen, die von den Familien verwendet werden.
  • In vielen Fällen ist das Ofenloch so klein, dass nur ein relativ dünner Ast hindurch passt. In den Dörfern der Hochanden wird aber nicht mit Holz geheizt, denn es wachsen in diesen Höhen kaum Bäume. Stattdessen wird „Champa“ verwendet, eine Grasart, welche auf einer Art Torf wächst.
  • Zumindest die beiden Küchen, die in unseren Dörfern errichtet wurden, wurden von den Helfern einfach im Haus platziert, wo Platz war und nicht, wo für die Familien ein guter Platz zum Kochen ist.

Unsere Küchen zeichnen sich dadurch aus, dass die Kochlöcher im Dreieck angeordnet und gleich groß sind, wie sie bereits jetzt von den Familien verwendet werden. Damit bleibt für sie grundsätzlich alles gleich. Darüber hinaus hatte Alipio die Idee, einen 10l Wassertank einzubauen, so dass es in jedem Haus warmes Wasser zum Waschen gibt.

 

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3. Gewächshäuser

Aufgrund des Klimas auf 4.200m können nur Kartoffeln erfolgreich angebaut werden. Das wird schon seit Jahrhunderten gemacht und damit sind Kartoffeln das Hauptnahrungsmittel. Diese werden in gekochter Form dreimal am Tag gegessen – ohne weitere Beilagen. Aufgrund dessen verhungern die Menschen nicht und sie sind damit auch nicht unterernährt, aber mangelernährt. Es fehlt an Eiweiß, Vitaminen und Mineralien. Von den Kindern leiden mehr als 90% an chronischer Mangelernährung, was sich auf der einen Seite in verringertem Wachstum zeigt und auf der anderen Seite zu Konzentrationsstörungen und somit Schwierigkeiten beim Lernen führt.

Wir vermitteln regelmäßig die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung im Rahmen der Gespräche. Nur Familien, deren Väter als Träger am Inka Trail arbeiten oder bei denen die Mütter Handarbeiten verkaufen können, können es sich leisten, zusätzliche Nahrungsmittel zu kaufen. Mit dem Bau der Gewächshäuser wollen wir allen Familien, die Chance geben, ihre Ernährungssituation zu verbessern. Darüber hinaus stehen auch die Schulungen zur Bepflanzung, Pflege und anschließenden Verarbeitung des Gemüses im Vordergrund. Die Familien erhalten neben den Samen auch die zugehörige Betreuung. Somit ist sichergestellt, dass die Gewächshäuser nicht für andere Dinge z.B. dem Trocknen von Kleidung, verwendet werden.

Analog zu den Küchen ist eine erfolgreiche Mitarbeit in unserem Hygieneprogramm die Voraussetzung für ein Gewächshaus.

 

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4. Gesundheitsversorgung

Wenn der nächste Arzt 8 Stunden Fußmarsch entfernt ist

Die gesamte medizinische Notfallversorgung der Menschen in den Dörfern wird von Alipio durchgeführt. Auch wenn er nicht 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche anwesend sein kann, ist es eine deutliche Verbesserung der Situation. Um zur zuständigen Gesundheitsstation zu gelangen, gibt es folgende Möglichkeiten, die sich auf die Schulen beziehen – und manche Familien leben mehrere Stunden davon entfernt:

  • 12 bzw. 17 Kilometer zu Fuß zur Straße zu gehen und dort auf ein vorbeikommendes Auto zu warten, dass einen dann hoffentlich die nächsten 30 Kilometer mitnimmt
  • 23 bzw. 28 Kilometer zu Fuß zum nächsten Ort mit Telefon gehen und von dort die Rettung zu rufen, in der Hoffnung, dass diese auch wirklich kommt und die Straßenverhältnisse ein Durchkommen auch wirklich zulassen
  • Gleich den direkten ca. 8-stündigen Fußweg nehmen

Die MINSA (das peruanische Gesundheitsministerium) fährt je nach Witterung ca. einmal alle 4 – 6 Wochen mit einem Pick-up in die Dörfer. Wenn ich es nicht selbst mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es nicht glauben. Sie parken vor der Schule und warten, ob jemand kommt. Dann sprechen sie mit den Patienten durch das Autofenster und verteilen minderwertige Medikamente. Sie steigen nur dann aus, wenn es sich wirklich nicht vermeiden lässt (z.B. weil eine Frau auf die 3-Monats-Spritze besteht). Das Signal, das sie mit dieser Art und Weise des Umgangs den Menschen geben, ist mehr als deutlich und wird auch so empfunden.

Das einzig Positive, was es seit mehreren Jahren gibt, ist die Tatsache, dass schwangere Frauen ca. 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ins Krankenhaus gehen sollen, um dort zu gebären. Das verringert die Risiken sehr stark.

Wir bzw. Alipio versorgen alle Menschen in den Dörfern völlig unabhängig davon, ob sie sonst in unserem Projekt mitarbeiten oder nicht. Die Medikamente und das sonstige notwendige medizinische Material finanzieren wir durch Spenden. Darüber hinaus arbeitet Alipio mit den Eltern, deren Kindern Entwicklungsstörungen aufweisen. Diese haben Probleme beim Sprechen und im Sozialverhalten. Erste Erfolge kann man bereits sehr deutlich erkennen, was mir von den Lehrern in April 2015 bestätigt wurde.

 

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5. Artesania

Vom Alpaca zum Schal

Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme sind Alpakas und Lamas nicht in allen Regionen Perus verbreitet. Auch in “unseren” Dörfern hielten die Tiere erst im Jahre 2010 wirklich Einzug. Die Kunst des Webens wurde zwar seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weiter gegeben, aber die notwendige Wolle wurde zugekauft bzw. getauscht. Die meist grellen Farben, die von den Touristen so bewundert sind, basieren auf synthetischen Fasern, welche chemisch gefärbt wurden. Abhängig vom Endprodukt arbeiten die Frauen mit der Wolle von Schafen (z.B. für Geldbörsen, Untersetzer) oder Alpaka (z.B. für Schals).

Im Jahre 2014 führte Juan einen ganzen Ausbildungszyklus von der Auswahl der Tiere auf Basis der Wollqualität bis hin zum fertigen Produkt durch. Die Qualität der Endprodukte stieg sehr stark, was sowohl die Farben, deren Kombination als auch den Kuschelfaktor betrifft. Mehr als einmal erhielten wir die Aussage, dass es schwer zu glauben ist, dass diese Produkte von Hand hergestellt wurden und nicht in der Fabrik. Aber wir können den Frauen jetzt ja schlecht sagen, dass sie wieder Fehler einbauen sollen.

Nach Wunsch und Bedarf der Frauen führen wir weitere Schulungen durch, um sie in dieser Arbeit zu unterstützen. Schwierig ist der Verkauf, denn es kommen keine Touristen in die Orte und es fällt den Frauen schwer, selbst nach Ollantaytambo zu gehen. Sie sprechen nur Quechua und sind einfach zu schüchtern. Wir ermutigen sie, so viel wir können und bei einigen zeigt es schon Wirkung. Darüber hinaus versuchen wir, Restaurants und Hotels zu gewinnen, die uns den Verkauf ermöglichen. Ein professioneller Verkauf in Deutschland ist aus steuerlichen Gründen nicht darstellbar.

 

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6. Schulen

Lehren und Lernen unter besonderen Bedingungen

Die Details zum Peruanischen Schulsystem und der Situation in unseren Dörfern können in der Beschreibung → „Das Leben in den Anden“ entnommen werden. Da uns die Bildung der Kinder natürlich am Herzen liegt, wir aber selbst nicht direkt darin arbeiten können, versuchen wir die Lehrer so weit als möglich zu unterstützen. Mittlerweile haben wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit den beiden Direktoren bzw. Lehrern, die schon seit einigen Jahren in den Dörfern arbeiten (Prof. Wilbert in Chaullaccocha und Prof. Wilfredo mit seiner Frau Juanita in Chupani). Die restlichen Lehrer arbeiten meist nur ein Jahr oben und viele betrachten es als Strafe. Die folgenden Bilder sollen einen Einblick in unsere Zusammenarbeit geben.

 

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7. Familien

Menschen, mit denen wir arbeiten

In Chaullaccocha und Chupani leben ca. 90 Familien. In 2013 haben wir begonnen, mit 20 Familien zu arbeiten und im April 2015 diese Anzahl auf 34 aufgestockt. Unser Ziel sind letztendlich 50 Familien. Mittlerweile kommen diese zu uns, um zu fragen, ob sie im Projekt mitmachen können. Wir legen darauf wert, dass es sich um Familien mit Kindern handelt, denn diese wollen wir nachhaltig beeinflussen.

Die Fotos auf dieser Seite zeigen eine Auswahl und damit verbundene Geschichten, die wir mittlerweile erzählen können. Am Ende meines jeden Aufenthaltes erhalten die Familien auch Fotos, die ich von ihnen gemacht habe. Viele bitten mich auch darum, denn für sie sind diese Fotos noch etwas Besonderes. Bei den Beschreibungen verzichte ich, wie sonst auch in den meisten Texten, auf die Nachnamen. Das zeugt nicht von fehlendem Respekt, aber die Doppelnamen sind eben lang.

 

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8. Lebens- und Arbeitsbedingungen

Leben in einer anderen Welt

Bilder der Dörfer Chaullaccocha, Chupani und Chupani Pampa in denen wir arbeiten.

 

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Fotos 2018/1

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Fotos 2017/2

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Fotos 2017/1

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Fotos 2016/2

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Fotos 2016/1

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Fotos 2014

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Wednesday, 20. June 2018